Guter Guru – Böser Guru
Aufgrund von dramatischen Ereignissen aus meinem erweiterten persönlichen Umfeld habe ich tiefgreifende Einblicke gefunden in die Welt der Esoterik. (Siehe hierzu auch: Joachim Huessner: "Der Weg hinters Licht". Das persönliche Schicksal des Autors, der mir bekannt ist, ist der Beweggrund meiner Überlegungen.) Sie ist in vielerlei Hinsicht positiv, doch leider auch in erschreckend hohem Maße gefährlich. Denn es treiben sich in dieser Szene höchst dubiose Individuen herum. Gefährlich in so fern, daß diese falschen "Heilsbringer" es auf die Kontrolle und Manipulierbarkeit ihrer Opfer abgesehen haben, und besonders gern auf die Manipulation von Kindern.
Wie schwer es für die Betroffenen ist, aus der Abhängigkeit von Sekten und anderen manipulativen Institutionen herauszukommen, zeigen erschütternde Berichte von Angehörigen, die verzweifelt versuchen ihre Kinder, Ehepartner oder Freunde aus den Fängen falscher Gurus zu befreien. Das Wort "Gehirnwäsche" bekommt eine Bedeutung, der es gilt mit besonderem Augenmerk zu begegnen.
Mein Beitrag soll deutlich machen, wie schwer sich unsere Rechtsstaatlichkeit tut, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um gefährliche Institutionen, die oft unter dem Deckmäntelchen der Religionsfreiheit oder anderen Tarnungen arbeiten, unschädlich zu machen. Doch er soll auch Mut machen, Mut tut gut - ein Slogan, der mir persönlich sehr gefällt - im Sinne von "den Kopf nicht hängen lassen", weiter zu machen, sich auszutauschen und ein starkes Netzwerk aufzubauen, mit dem Ziel, Betroffenen zu helfen. Nicht nur den Angehörigen, sondern natürlich auch den "Aussteigern".
Sehr oft verbergen sich hinter den "Meistern" Personen, getrieben von soziopathischen Wesenszügen. Sie haben nur ein Ziel: Kontrolle und Macht! Nicht selten kompensieren sie ihre eigene chaotische Kindheit und damit verbundenen Traumata mit dem Wunsch nach "Höherem". Mangelndes Selbstwertgefühl, übertriebenes Geltungsbedürfnis und paranoide Wahnvorstellungen sind ihre Merkmale und Antriebsfedern. Sie suchen sich ihre "Opfer" in spirituellen und esoterischen Kreisen. Wer von uns hat nicht schon den Wunsch verspürt, der Tretmühle des Alltags zu entkommen und sich gefragt, ob es nicht noch etwas anderes gibt, wofür es sich lohnt zu leben?
Das Internet ist voll von Anbietern, die Hilfe versprechen. Es lässt sich gutes Geld verdienen mit den Wünschen und Sehnsüchten der Suchenden und den Verzweifelten. Die Mittel und Tricks der "Gurus" sind nur schwer zu durchschauen, denn sie arbeiten mit gefährlichen Instrumenten. Manipulation, Suggestion, Druck, Belohnung und Strafe sind nur einige Hilfsmittel, die ich nennen möchte. Doch sie alle führen dahin, wo der "Seelenheiler" seine Jünger haben will: In die Abhängigkeit. Und Abhängigkeit führt zur Sucht.
Wie schwer es ist aus den Fängen und Klauen von Sekten oder sektenähnlichen Gruppen herauszukommen, belegen diverse Foren und Berichte. Schlimm genug, daß intelligente erwachsene Menschen zu "Opfern" werden, doch was ist, wenn Kinder betroffen sind?
Kindesmissbrauch ist ein Thema, das inzwischen in unserer Gesellschaft sehr ernst genommen wird. Doch sind es nicht die Schäden, die durch blaue Flecke und andere körperliche Verletzungen sichtbar werden, die zu einem bleibenden Trauma werden, sondern es sind die psychischen Schäden, die kaum zu heilen sind. Kinder können sich nicht dagegen wehren, wenn sie in die Gewalt oder Obhut eines Menschen geraten, der es bewusst darauf anlegt, mit oben genannten Mitteln Kinder unter seine Herrschaft zu bringen. Psychischer Missbrauch ist eine Vergewaltigung der Seele! Optisch nicht sichtbar. Wunden können heilen, Schläge können verarbeitet werden, doch die Vergewaltigung der Seele brennt sich ein. Tief hinein ins Unterbewusstsein. Was das bedeutet mag sich ein jeder selbst beantworten.
Wichtig ist mir, daß auch die Rechtsstaatlichkeit, die Behörden, das Jugendamt, die Kirche dies erkennt und den seelischen, psychischen Missbrauch mindestens genauso wichtig nimmt wie die körperliche, sichtbare Gewalt.
An dieser Stelle sei gesagt, daß die "Täter" nicht nur Männer sind, auch Frauen und Mütter sind genauso gut in der Lage, die oben genannten Kriterien zu erfüllen und auszuüben. Aus genau denselben Hintergründen, Beweggründen und Absichten.
Wer sich als Betroffener zum Austausch mit mir in Verbindung setzen möchte, kann dies gerne tun unter berndarens@gmx.de